Overeaters Anonymous Deutschland

Neu bei OA? – Dein erster Weg zu Overeaters Anonymous

Schön dass du da bist!

Vielleicht hast du schon länger das Gefühl, dass dein Essverhalten dir entgleitet. Vielleicht hast du vieles ausprobiert und bist immer wieder an denselben Punkt gekommen. Oder du fragst dich einfach, ob OA etwas für dich sein könnte.

Du musst nicht wissen, ob du „wirklich“ zu OA gehörst. Du musst auch nicht wissen, wie das Programm funktioniert.

Der erste Schritt kann ganz einfach sein: Komm zu einem Meeting und hör zu.

In den Meetings von Overeaters Anonymous treffen sich Menschen, die mit zwanghaftem Essverhalten aufhören möchten. Wir teilen unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander und suchen gemeinsam einen Weg aus dem Kreislauf des zwanghaften Essens.

Du bist willkommen – genau so, wie du heute bist.

Was passiert in einem OA-Meeting?

Ein OA-Meeting ist kein Arztbesuch, keine Therapie und keine Ernährungsberatung.

In einem Meeting kommen Menschen zusammen, die sich mit dem Problem des zwanghaften Essens identifizieren. Ein Meeting hat in der Regel einen festen Ablauf. Es wird aus OA-genehmigter Literatur gelesen, ein Thema oder ein Schritt wird vorgestellt und die Anwesenden können ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen.

Du darfst einfach zuhören.

Du musst beim ersten Besuch nichts erzählen und auch keine persönlichen Fragen beantworten. Wenn du möchtest, kannst du dich als Neue oder Neuer zu erkennen geben. In vielen Meetings wird am Anfang ausdrücklich danach gefragt. Dann können dir die Anwesenden einige Informationen geben, die dir den Einstieg erleichtern.

Niemand erwartet, dass du beim ersten Meeting bereits alles verstehst.

Das ist für dein erstes Meeting wichtig

  • Du brauchst keine Vorkenntnisse.
  • Du musst nichts bezahlen.
  • Du musst nichts mitbringen.
  • Du musst nichts über deine Geschichte erzählen.
  • Du kannst zunächst einfach zuhören.
  • Du entscheidest selbst, ob und wann du dich beteiligen möchtest.
  • Die Meetings sind anonym.

OA erhebt keine Mitgliedsbeiträge oder Gebühren und erhält sich durch freiwillige Beiträge seiner Mitglieder. Die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist der Wunsch, mit dem zwanghaften Essen aufzuhören. 

Muss ich mich vorstellen?

Nein. – Wenn du möchtest, kannst du dich kurz als Neue oder Neuer melden. Das kann hilfreich sein, weil die Gruppe dann weiß, dass jemand zum ersten Mal da ist und dir gegebenenfalls erklären kann, wie das Meeting funktioniert.

Du musst aber nichts Persönliches erzählen. Auch während des Meetings gilt: Du darfst jederzeit einfach zuhören.

Was bedeutet „Anonymität“ bei OA?

Anonymität ist ein wichtiger Bestandteil von OA. Das bedeutet unter anderem: Was im Meeting erzählt wird und wer dort anwesend ist, wird nicht nach außen getragen.

Du darfst darauf vertrauen, dass du in einem geschützten Rahmen über deine Erfahrungen sprechen kannst. Die OA-Gruppen erinnern deshalb auch regelmäßig daran, die Anonymität der anderen zu wahren. 

Welches Meeting ist das richtige für mich?

Das wichtigste Meeting ist zunächst einmal das, zu dem du gehst.

Es gibt Präsenz-, Online- und Telefon-Meetings. Wenn du dich bei deinem ersten Besuch noch nicht wohlfühlst, darfst du auch verschiedene Meetings ausprobieren. Jedes Meeting kann etwas anders sein – die Grundlage ist jedoch dieselbe: die Genesung vom zwanghaften Essverhalten durch das OA-Programm.

Auf unserer Seite Meetings findest du die aktuellen Meetings im deutschsprachigen Raum.

Wenn du nicht weißt, welches Meeting für dich geeignet ist, kannst du auch ein Online- oder Telefon-Meeting besuchen.

Besonders für Neue

Zusätzlich zu den regulären Meetings gibt es ein spezielles Newcomer-Meeting auf Zoom. Dort kannst du Fragen zum Programm stellen – unabhängig davon, wie lange du bereits bei OA bist. Die aktuellen Informationen und Zugangsdaten findest du in der Meeting-Liste.

Und was ist nun das 12-Schritte-Programm?

Die Meetings sind ein wichtiger Teil von OA. Das Herzstück des Programms sind jedoch die Zwölf Schritte.

Die Schritte sind ein Weg, sich mit dem eigenen zwanghaften Essverhalten auseinanderzusetzen und eine neue Lebensweise zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, die zwölf Schritte nur einmal zu lesen oder auswendig zu lernen. Sie werden Schritt für Schritt im eigenen Leben angewendet.

Die Erfahrung vieler OA-Mitglieder ist, dass regelmäßige Meetings und die praktische Arbeit im Programm zusammengehören. 

Muss ich die Schritte sofort bearbeiten?

Nein. Du musst am ersten Tag nicht wissen, wie du die Schritte arbeitest.

Viele Menschen beginnen zunächst damit, Meetings zu besuchen, zuzuhören und andere OA-Mitglieder kennenzulernen. Mit der Zeit kannst du dich näher mit den Schritten beschäftigen und dir Unterstützung für die Arbeit im Programm suchen.

Die Schritte sind Empfehlungen, die auf den Erfahrungen genesender OA-Mitglieder beruhen. OA beschreibt sie als das Herzstück des Programms.

Was ist ein Sponsor?

Wenn du beginnst, mit den Zwölf Schritten zu arbeiten, kann ein Sponsor oder eine Sponsorin eine wichtige Unterstützung sein. Ein Sponsor ist ein OA-Mitglied, das selbst mit dem Programm arbeitet und seine oder ihre Erfahrung mit dir teilt. Ein Sponsor ist kein Therapeut und kein Arzt. Er oder sie gibt dir nicht vor, wie du dein Leben führen musst. Vielmehr unterstützt dich ein Sponsor dabei, die Schritte kennenzulernen und auf dein eigenes Leben anzuwenden.

Du musst nicht beim ersten Meeting einen Sponsor finden. Nimm dir Zeit, verschiedene Menschen kennenzulernen und herauszufinden, mit wem du dir eine solche Zusammenarbeit vorstellen kannst.

Was bedeutet „Abstinenz“ bei OA?

Du wirst in OA wahrscheinlich schon bald den Begriff Abstinenz hören. Dabei geht es um mehr als eine Diät und nicht darum, ein bestimmtes Körpergewicht zu erreichen.

OA-Mitglieder verwenden den Begriff im Zusammenhang mit der Genesung vom zwanghaften Essverhalten. Wie Abstinenz für die einzelne Person konkret aussieht und wie sie im Alltag umgesetzt wird, ist ein wichtiger Teil der persönlichen Arbeit im Programm.

OA gibt dir keinen allgemeinen Ernährungsplan vor. Wenn du dazu Fragen hast, kannst du sie in einem Meeting stellen oder mit einem erfahrenen OA-Mitglied besprechen.

Was OA nicht ist

OA ist

  • keine Diätgruppe,
  • kein Abnehmprogramm,
  • keine Ernährungsberatung,
  • keine Therapie,
  • keine religiöse Gemeinschaft,
  • keine Organisation mit bezahlten Beratern oder Beraterinnen.

OA ist eine Gemeinschaft von Menschen, die vom zwanghaften Essen genesen, indem sie ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung miteinander teilen. OA ist mit keiner öffentlichen oder privaten Organisation, politischen Bewegung, Ideologie oder Religion verbunden. 

Du musst nicht erst „schlimm genug“ sein.

Vielleicht fragst du dich:

„Habe ich überhaupt ein Essproblem?“

„Bin ich wirklich esssüchtig?“

„Sind meine Probleme nicht viel zu klein für OA?“

Oder genau das Gegenteil:

„Bei mir ist es so schlimm – kann OA mir überhaupt noch helfen?“

Du musst diese Fragen nicht vor deinem ersten Meeting beantworten.

Die Entscheidung, ob OA für dich hilfreich sein kann, kannst letztlich nur du selbst treffen. Ein guter Anfang kann sein, mehrere Meetings zu besuchen, zuzuhören und zu beobachten, ob du dich in den Erfahrungen anderer wiedererkennst.

Dein erster Schritt

Du musst nicht dein ganzes Leben verändern.

Du musst nicht wissen, wie die nächsten zwölf Schritte aussehen.

Für heute reicht ein kleiner Schritt:

Komm zu einem Meeting.

Hör zu.

Schau, ob du dich wiedererkennst.

Und gib dir die Möglichkeit herauszufinden, ob OA ein Weg für dich sein könnte.

Du bist willkommen.

Zu den Meetings

Fragen und Antworten zu OA

Kostenlose OA-Literatur für Neue (im Literaturshop – öffnet sich im neuen Fenster)

Noch Fragen?

Das ist ganz normal. Gerade am Anfang können Begriffe wie „Abstinenz“, „Sponsor“, „Höhere Macht“, „Schritte“, „Traditionen“ oder „Dienst“ verwirrend sein. Du musst nicht alles auf einmal verstehen.

Besuche ein Meeting, stelle deine Fragen und gib dir Zeit, OA kennenzulernen.

Herzlich willkommen bei Overeaters Anonymous.